Die Flensburger
moin moin sagt man hier oben...
..egal ob Morgens, Mittags oder Abends. Das ist so das erste was man sich merken muss, wenn man Flensburg besuchen will.
An dieser Stelle ist es uns eine besondere Ehre einem Gerücht ein Ende zu setzen. Es heißt ja so schön im Volksmund: „Die Fischköppe sind kühl und haben keinen Humor!“ Das ist natürlich nicht richtig. Richtig ist, dass man sich einen emotionalen Zugang zu den „Fischköppen“ verschaffen muss.
Hier ein kleiner Tipp:
· Mit 1x"Moin" oder "Moin Moin" grüßen
· Kurz schnacken (kurze Unterhaltung)
· Niemals beim ersten Kontakt Fischköppe sagen
Damit haben Sie das Herz eines Nord-Norddeutschen erobert.
Wat is`n Moin und Moin-Moin
Moin ist der normale Gruß; Moin Moin ist freundlicher und höflicher, und wird oft als Antwort auf ein einfaches Moin benutzt. Moin und Moin Moin sagen aber noch mehr aus als nur "Guten Tag":
Gruß: Moin
Antwort: Schweigen = Du bist nicht willkommen
1 x Moin: Normaler Gruß, aber auch nicht mehr. Du wirst nicht abgelehnt, aber Deine Anwesenheit löst auch keine Freudentränen aus.
Moin-Moin: Du bist willkommen
Gruß: Moin Moin
Antwort: Schweigen: Du bist wirklich unerwünscht. Verschwinde.
Moin: Ablehnender Gruß. Du brauchst nicht zu flüchten, aber im Moment störst Du.
Moin Moin: Entweder höfliche Erwiderung, oder Du bist willkommen.
Natürlich hält sich nicht jeder exakt an dieses "Protokoll", so kann ein Moin auch schon mal Willkommen und Moin Moin Ablehnung bedeuten. Entscheidend ist auch die Tonlage und wie deutlich das Moin ausgesprochen wird, und natürlich ist das ganze auch noch regional unterschiedlich.
Vielen Dank Alexander Foken für diese Interpretation!
Eins is aber klar wie Kloßbrühe: "moin" heißt verdammt nochma nich "morgen"
Mathias Laage geht etwas mehr auf den sprachlichen Hintergrund ein, er erklärt "Moin Moin"
Moin oder auch Moin, Moin ist der Gruß, den die Menschen einander im Norden Deutschlands und besonders an der Küste zurufen, so wie andere eben Grüß Gott, Ciao, Servus, Tach, Grüezi oder so sagen.
Wer das schon mal gehört hat, mag sich vielleicht gewundert haben: "Wieso wünschen die einander denn auch z.B. am fortgeschrittenen Tag noch einen Guten Morgen?" Tun sie aber gar nicht!
"Moin" kommt nämlich nicht von Morgen, sondern von dem plattdeutschen (und im verwandten niederländischen vorhandenen) Wort "moi", was gut oder schön heißt. Man wünscht einander also einen "Moien Dag", einen "schönen Tag". Der "Tag" wurde im Laufe der Zeit verschluckt, und es blieb das "Moin". Und weil man sich nicht nur einen schönen Tag wünschte, sondern auch einen schönen Morgen und einen schönen Abend, gilt der Gruß der Einfachheit halber von früh bis spät. Also kann man zu eigentlich jeder Tageszeit "Moin, Moin" rufen, ohne sich die Frage gefallen lassen zu müssen, ob man gerade erst aufgestanden sei.
[...]
PS: Und, weil wir gerade dabei sind, das Wort "tschüß", woher kommt das ?
Tschüß stammt aus dem Lateinischen: a dios: Gott befohlen, mit Gott. Es gelangte dann über das französchische ade, später adieu, im 17.Jahrhundert als meistgebrauchtes Abschiedswort "adjüs" ins Deutsche. Es wurde aber meistens mit einem Zusatz versehen - bes morge, op widerkieken, bes de dach. Später wurde "adjüs" zu "tschüß" verschliffen.
